Eine gute medizinische Versorgung stellt das Rückgrat einer gesunden und zufriedenen Gesellschaft dar. Als Bundesland mit der niedrigsten Bevölkerungsdichte und dem höchsten Durchschnittsalter gilt es, in den kommenden Jahren diese großen Herausforderungen in Mecklenburg-Vorpommern zu meistern.

Deshalb müssen wir als Ergänzung zum klassischen Praxisbesuch vor allem die Chancen der Digitalisierung nutzen. Mithilfe von Online-Sprechstunden sowie Telemedizin können bereits heute gewisse Untersuchungen effizient und mit hoher Genauigkeit aus der Ferne durchgeführt werden und bedürfen daher einer Ausweitung. Aber auch das effizienteste Gesundheitssystem nützt unserem Bundesland nichts, wenn zu wenige Ärzte in bestimmten Landesteilen tätig sind. Wir möchten bereits junge Medizinstudenten an unser Land binden und ihnen optimale Bedingungen bieten, sich nach dem Studium hier niederzulassen. Erste Schritte sind dabei die Ausweitung des Medizinstipendiums und eine höhere Zulassungsquote für "Landeskinder" in den Studiengängen der Humanmedizin. In unterversorgten Gebieten müssen jedoch auch kommunale Versorgungszentren oder Übernahmeprämien für Landarztpraxen in Betracht gezogen werden, um eine medizinische Versorgung sicherzustellen.

Vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung wird in Zukunft insbesondere die Pflege von grundlegender Bedeutung für unser Gesundheitssystem sein. Wir sehen es als notwendig an, dem Personalmangel entgegenzuwirken. Demzufolge bedarf es mehr junger Menschen in Pflegeberufen. Die Einführung eines Gesellschaftsjahres kann nach unserer Ansicht die Begeisterung für diesen Beruf erwecken. Zudem ist es für eine nachhaltige Personalgewinnung unerlässlich, das Ansehen und die Bezahlung von Pflegekräften zu verbessern.